Stand der Dinge, Oktober 2009
Nach zähen Verhandlungen mit dem privaten Grundstückseigentümer der
Liegenschaft Ausstellungsstraße/Ecke Nordportalstraße sind wir nun
erleichtert und froh, eine abgesicherte Winterlösung gefunden zu haben.
Wir, die Wagentruppe Treibstoff, haben es allein aus eigenen
Bemühungen geschafft, den Grundstückseigentümer von unserer Idee zu
überzeugen und eine Zwischennutzung auf privater Basis zu erreichen.
Das Konzept der Zwischennutzung geht nun zum ersten Mal seit den
Strapazen des Sommers 2009 auf. Im Klartext handelt es sich um eine
befristete Zwischenlösung über die Wintermonate, fixiert durch einen
Mietvertrag.
Fakt ist weiterhin, dass dies allein durch unsere Initiative passiert
ist und die Stadt noch kein einziges Zeichen setzte um unsere
Bestrebungen auch nur in der geringsten Art und Weise zu unterstützen.
Bis dato wurden mit uns, der Wagentruppe Treibstoff, noch keine
Gespräche mit handlungsbefugten Personen von Seiten der Stadt geführt.
Doch auch dieser Winter geht vorbei und das Szenario des Sommers wird
sich wiederholen, wenn keine Handlungen der Stadt folgen. Um es
erneut deutlich zu machen:
Weder wir, noch unsere Wägen werden uns in Luft auflösen.
Wo ist Wien anders, wenn sie einer alternativen, ökologischen und
sozialen Form des Zusammenlebens die LebensGRUNDlage verweigert.
Um weiterhin Zwischennutzung, auf privater wie städtischer Basis
betreiben zu können, brauchen wir eine klare, positive Stellungnahme
der Stadt Wien zum Wagenleben und eine dezidierte Auseinandersetzung
mit dem §60 Abs.2 der Wiener Bauordnung.(welcher Wägen zu Bauwerken
macht).
In einer Zeit in der Mieten ins Unleistbare steigen und ganze
Wohnkomplexe aus dem Boden gestampft werden, obwohl laut einer
Statistik der ?Statistik Austria? mehr als rund 80.000 Wohnungen in
Wien bereits leer stehen, ist es absurd einer Gruppe von Menschen, die
sich selbst ihren Wohnraum schaffen wollen, nur Steine in den Weg
oder in unserem speziellen Fall Fundamente an die Räder zu legen !!!
Die 2 neuen Wagenplätze und die Gruppe ?Hausprojekt? zeigen den Bedarf
an Freiräumen, der in Wien absolut nicht gedeckt ist und stetig
steigt!! Immer mehr Menschen wollen in autonomen, selbstverwalteten
und unkommerziellen Projekten wirken und leben.
Selbstbestimmung ist ein Schlagwort welches mehr und mehr an Bedeutung
gewinnt. Die Aufoktroierung einer reglementierten und rein auf
marktwirtschaftliche Konzepte ausgerichtete Politik führt zu sozialer
Ungleichheit und wie sich auch in den letzten Tagen bewiesen hat, zu
Protesten. Zahlreiche Student_innen nehmen nicht mehr schweigend
hin wie Politik hauptsächlich für die Wirtschaft und nicht für die
Menschen betrieben wird.
Wir sind gekommen um zu bleiben, selbst zu bestimmen und zu verwalten und
wir werden immer mehr!!!
Wir fordern:
- Kompetente Ansprechpersonen und Projektkoordinator_innen
- Anwendung der Sonderwidmung ?alternatives Leben?!
- Ermöglichung der Zwischennutung leerstehender Flächen und Häuser
durch kulturelle Projekte!
- Abschaffung des §60 Abs.2 in der Wiener Bauordnung, welcher Wägen zu
Bauwerken macht!
- Einen langfristigen nutzungsvertrag für den Platz in der Hafenstraße!
(L)egalisierung des Wagenlebens
Posted 10 months, 1 week ago at 1:19 pm. Add a comment
Vom Flughafen Wien-Schwechat werden fast täglich Menschen gegen ihren Willen abgeschoben. Das Recht jeder einzelnen Person, dort zu leben wo sie_er mag, wird systematisch mit Füßen getreten.
Die rassistische Logik, dass Menschen mit bestimmten Pässen an bestimmten Orten privilegiert und andere Menschen kriminalisiert werden, hat System. Mensche, die oft größte Gefahren, körperliche Strapazen und finanzielle Ausbeutung in Kauf nehmen um vor Krieg, Armut, Hunger….zu flüchten, oder die einfach nur woanders leben wollen, werden als Illegalisierte ohne Zugang zu rechtlichem Schutz, Gesundheitsversorgung, Bildung etc. ausgebeutet. Oft warten sie jahrelang unter prekärsten Bedingungen auf eine Aufenthaltsgenehmigung um dann verhaftet, in Schubhaft genommen und abgschoben zu werden. Viele wehren sich gegen die Abschiebung- manche bis zum Tod. So befinden sich z.B. laut österreichischem Innenministerium im Moment ein Drittel der in Schubhaft Gefangenen in Hungerstreik.
Widerstand beginnt nicht erst in der Schubhaft, sondern bereits an den Außengrenzen der Festung Europas. Hier kämpfen tagtäglich Menschen mit ihren Körpern, mit ihrem Dasein gegen den globalen Rassismus von kapitalistischen Nationalstaaten an und versuchen diese Grenzen zu überwinden. In Solidarität mit allen täglich unmittelbar gegen das Grenzregime kämpfenden ist für die sofortige Abschaffung der Schubhaft und Abschiebung, als eine der rassistischen Maßnahmen, zu kämpfen. Mit einem bunten, lauten und entschlossenen Aktionstag an einer der zentralen Stellen des österreichischen Abschiebesystems soll ein klares Zeichen gesetzt werden.
Überlegt euch Aktionen……..Seid Kreativ………Bildet Bezugsgruppen…..Kommt in Touristischem Outfit
Freitag, 23.10.2009- Aktionstag am Flughafen Wien-Schwechat- ab 13 Uhr
ABSCHIEBUNG ABSCHAFFEN
mehr Infos……www.stopdeportation.blogsport.de
Posted 10 months, 3 weeks ago at 8:05 pm. Add a comment
Die Häuser denen- die sie bewohnen!!!
Auch wir, die Wagentruppe Treibstoff, erklären uns, neben vielen anderen Gruppen, solidarisch mit dem so genannten “Hausprojekt”. Häuser, Grundstücke, Flächen und auch öffentlicher Raum, nahezu alles unterliegt einem Verwertungszwang- streng nach den Regeln des kapitalistischen Systems. Gerne wird zugunsten des Geldes darauf vergessen, das Infrastruktur dafür da sein sollte, dass Menschen diese nutzen.
Heutzutage ist es in unseren westlichen Breitengraden soweit, dass reichlich Häuser und Flächen über Jahre hinweg leer stehen und parallel dazu Bauprojekte aus dem Boden schießen. Städte sollen für Menschen gebaut werden und nicht für die Wirtschaft und Politik. Wir sprechen uns gegen den Kapitalismus und dessen mit sich bringender Menschen verachtender Politik aus. Wir sind für soziale Gerechtigkeit, umsonstökonomische Ansätze, ein offenes, tolerantes und respektvolles Miteinander und natürlich für Wagenplätze und autonome Häusern und die Belebung von Brachflächen und dem öffentlichen Raum!!!
Es erscheint mehr als sinnvoll, dass Gruppen oder Individuen ihr Schicksal, abseits von nichts sagender Politik, selbst in die Hand nehmen und das nutzen, was sonst leer steht und nur dazu dient Mieten in die Höhe zu treiben.
Selbstverwaltete (Frei)Räume sind eine Notwendigkeit!!!
Für eine starke Bewegung zum Aufbau und Erhalt autonomer FreiRäume!
Posted 10 months, 3 weeks ago at 5:28 pm. Add a comment