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…vom 30.03.2010
Wir, die Wagentruppe Treibstoff, haben heute morgen einen neuen Platz befahren. Ein Grundstück zwischen Prater und Trabrennbahn in der Kriau beweist sich schon jetzt als wunderbarer neuer Wagenplatz.
Wie angekündigt wurde der alte Platz am Wiener Prater fristgerecht verlassen.
Laut Grundbuch gehört das neue Grundstück der Stadt Wien.
Den Dialog suchen wir nach wie vor. Wir laden daher die Presse, alle Interessierten sowie die Verantwortlichen der Stadt Wien dazu ein den neuen Wagenplatz (Trabrennbahnstraße/Südportalstraße) zu besuchen und sich mit uns über eine Zukunft des selbst verwalteten Wagenlebens in Wien auseinanderzusetzen.
Nichts desto trotz werden wir abermals selbst versuchen die Verantwortlichen Bezirks- und StadtpolitikerInnen zu kontaktieren um unseren Willen zum konstruktiven Gespräch zu zeigen.
Übrigens wird auch heute von der I:DA am neuen Platz gekocht.
Wagenplatz jetzt!
Wagenleben ist möglich!
Wagentruppe Treibstoff
Posted 5 months, 1 week ago at 9:31 am. Add a comment
Mitteilung zur Pressekonferenz des Wagenplatzes Treibstoff vom 29.03.2010
Heute am 29.03.2010 ist es soweit, der Mietvertrag zwischen unserer Gruppe und der LSE (Liegenschaft Struktur Entwicklung) endet morgen und wir werden wieder auf Platzsuche gehen müssen. Wir haben in den letzten 6 Monaten gezeigt, dass Zwischennutzung auf brachliegenden Flächen möglich ist. Wir haben weiterhin gezeigt, dass wir vertragswürdige Partner sein können, die sich an gemachte Absprachen halten. Darüber hinaus haben wir in diesen 6 Monaten gezeigt, dass ein selbst verwalteter Wagenplatz eine soziale und kulturelle Bereicherung für eine Stadt ist.
Wir haben diese 6 Monate auch dazu genutzt mit den Verantwortlichen in dieser Stadt in Kontakt zu treten um eine längerfristige Lösung der Platzfrage zu erreichen. Leider ohne Erfolg. Anscheinend sind die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung nicht interessiert oder nicht gewillt, alternative Lebenskonzepte, unkommerzielle Kulturveranstaltungsorte sowie unkonventionelle soziale Begegnungsstätten wahrzunehmen, zu tolerieren bzw. zu unterstützen. Wir wollen nichts von dieser Stadtverwaltung außer die Toleranz und die Akzeptanz Wagenleben in Wien zu ermöglichen. Der Weg dazu wird versperrt von bürokratischen Steinen/ Hürden wie dem Paragraph 60 der Wiener Bauverordnung, sowie dem politischen Kalkül eine Stadt der Wirtschaft und dem Kapital zu überlassen anstatt kreativen Menschen die moderne Lösungen und Lebenskonzepte entwickeln.
Wieso stehen so viele Flächen zu Spekulationszwecken leer?
Es fehlt eindeutig am politischen Willen Wagenleben zu akzeptieren. Platz gäbe es genug, auch an zentralen Orten in Wien.
Unser Ziel ist es heute und hier noch einmal darauf hinzu weisen, dass wir uns bewusst dazu entschlossen haben im Wagen zu leben, da wir die mobile und kollektive Form des Zusammenlebens als Bereicherung für unser Leben verstehen.
Wir haben uns bewusst dazu entschlossen im Wagen zu leben, weil der bewusste Umgang mit Ressourcen und unserer natürlichen und sozialen Umwelt ein Bedürfnis ist.
Wir haben uns bewusst dazu entschlossen im Wagen zu leben, weil wir diese Stadt bereichern wollen, durch kulturelle Veranstaltungen, politische Auseinandersetzung, soziale Begegnungen, durch Kommunikation und Austausch mit unserer Umwelt.
Wir sind nicht das Problem, sondern wir sind Teil der Lösung.
Da unser Leben in Österreich nur aufgrund der Verweigerung in einer Wohnung zu wohnen kriminalisiert wird, werden wir uns in den nächsten Tagen und Wochen wieder vermehrt mit den Ordnungshütern auseinandersetzen müssen. Wir werden ohne festen Stellplatz durch die Stadt ziehen müssen und somit unserem alltäglichen Leben – wie Schule, Uni, Arbeit usw. – nicht mehr oder nur bedingt nachgehen können. Ohne einen festen Platz wird es auch schwer werden unsere gewachsenen Strukturen wie allwöchentliche Bar, Plena, Workshops usw. aufrecht zu erhalten. Wir werden im schlimmsten Fall kriminalisiert, vertrieben oder unsere Wohnfahrzeuge beschlagnahmt.
Wir fordern daher die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung abermals dazu auf uns bei der Anmietung von Flächen keine Steine in den Weg zu legen oder städtische Flächen zur Nutzung von experimentellem Leben auf Rädern auszuweisen. Wir möchten uns nicht mit Polizei oder Behörden herumplagen müssen, sondern mit den wirklich Verantwortlichen über Lösungen sprechen. Wir möchten diese Stadt verändern und weiter entwickeln und uns nicht mit einem vorgegeben passiven und geregelten Leben abfinden.
Wir werden Wien verändern!
Wir werden hier selbst verwaltetes Wagenleben ermöglichen!
Mit oder ohne Genehmigung!
Mit oder ohne Dialog!
Wir sind zu allem bereit!
Für 1, 2, 3, viele Wagenplätze in Wien und überall!
Posted 5 months, 1 week ago at 12:43 pm. 1 comment
Liebe Interessierte,
Es ist soweit, die Tage des befristeten Mietvertrags für den Wagenplatz in der Nähe des Wurschtelpraters sind gezählt. Dieser ermöglichte uns, der Wagentruppe TREIBSTOFF, eine Zwischennutzung von 6 Monaten.
Wir sind in nicht weniger als sechs Tagen, mit 30 März, erneut ohne Wohnadresse (ordentlichen Wohnsitz). Nicht nur wir sehen unser Projekt nach wie vor als eine Bereicherung für diese Stadt, in der wir leben und wirken. Dies werden wir weiterhin in unseren Wägen und auf einem Wagenplatz tun.
Stand der Dinge ist eine absolute Gesprächsverweigerung von Seiten der Stadt. Auf unsere Mails und auf unseren persönlichen Besuch im Rathaus gab und gibt es bis dato keine Reaktion.
Für uns ist klar: Wir werden weiterhin für einen Wagenplatz kämpfen und dies in Wien. Wir alle gehen hier Beruf, Studium und Familienpflichten nach.
Wir brauchen einen Platz. Nicht genutzte Flächen sind vorhanden und wir werden uns wieder selbstständig auf Platzsuche begeben. Eine nicht gewollte Wiederholung des Sommerszenarios drängt sich auf – Dies kostet Zeit und Nerven!
Es wäre alles einfacher, wäre die Stadt Wien gesprächsbereit. Was kann denn daran so schwierig sein?
Das einzige Hindernis, dass uns im Weg steht ist die Intoleranz dieser Stadt die Wagenleben als etwas nicht Unterstützenswertes und nicht der Norm entsprechend ansieht, abstempelt und durch den § 60 der Bauoberbehörde kriminalisiert.Die Anzahl der BewohnerInnen am Wagenplatz hat sich über den Winter fast verdreifacht- für uns steht fest: Wir sind gekommen um zu bleiben!
Wir laden alle Interessierten herzlich zur PRESSEKONFERENZ am Montag, den 29.03.2010 um 10:00 AM Wagenplatz Treibstoff, an seinem letzten Tag, in der AUSSTELLUNGSSTRASSE 42, (II.Wien) ein. Vor Ort stehen wir bereit um auf sämtliche Fragen,Anregungen und Kritiken einzugehen… ansonsten sind wir jederzeit unter dem PRESSETELEFON unter der Nummer 0681-10606784 erreichbar.
Posted 5 months, 1 week ago at 10:26 pm. Add a comment
Gestern, am 5. März 2010, gingen bzw. rollten in etwa 200-300 Menschen und 8 Wägen auf die Straße, um für selbstverwaltetes Leben und gegen Aufwertung, Spekulation und Gentrifizierungswahn zu demonstrieren. Im Speziellen ging es an diesem Tag in Wien um den Erhalt der 2 bestehenden Wagenplätze und um die Notwendigkeit eines Hauses für die Gruppe „Hausprojekt“.
Vom Praterstern beginnend zog sich die Route begleitend von Samba-Rhythmen quer durch den 1. Bezirk, weiter zu einem aktuellen sozialen Brennpunkt in Wien, dem Augartenspitz.
Trotz der beißenden Kälte rollte der vielfältige Protestzug mit mindestens 250 TeilnehmerInnen über die Taborstraße zum Karmeliterplatz, wo die Abschlusskundgebung mit weiteren Redebeiträgen stattfand.
Im Anschluss kam es zu einer spontanen Besetzung einer Baulücke in der Große-Sperl-Gasse, um klarzustellen, dass es in Wien auch zukünftig Wagenplätze geben wird.
Denn ab Ende März werden wir als Wagentruppe Treibstoff wieder akut ohne Platz zum Leben und Wirken darstehen. Für uns kann und wird es dann nur einen Weg geben: Wir werden uns unseren Platz zum Leben nehmen, mit oder ohne Gesprächen mit der Stadt – das liegt in ihrer Hand, denn wir sind für Gespräche bereit.
Eine Stadt, die alternative Lebenskonzepte ignoriert oder mit Repression unterdrückt, kann sich nicht als soziale und „andere“ Stadt bezeichnen.
In was für einer Stadt wollen wir leben? Wer darf in dieser Stadt, wo, leben? Und wer bestimmt, wie wir zu leben haben?
Wollen wir in einer Stadt leben, in der nur die Industrie, das Großgewerbe, die Wirtschaft und die Immobilienhaie das Sagen haben? In einer Stadt, in der Menschen vertrieben werden, Plätze mit Videokameras überwacht und zubetoniert werden? Eine Stadt, die kalt ist, steril, teuer und unpersönlich?
Oder wollen wir in einer Stadt leben, in der die Menschen, selbst entscheiden, wie sie leben wollen und wo und was mit ihrer Umgebung passiert?
Wir wollen mit unserem Leben anderen Menschen zeigen, dass es möglich ist, eine Stadt als unser Lebensumfeld mitzugestalten. Wir wollen beitragen zu Vielfalt und Kultur.
Die Stadt gehört allen! Lasst sie uns gemeinsam verändern!
Wagenplätze jetzt, sonst wird besetzt!
Posted 6 months ago at 8:02 am. Add a comment