Wagentruppe Treibstoff

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F.A.Q.


Frequently Asked Questions

ALLTAG

Wieso wohnt Ihr im Wagen?

Die Gründe im Wagen zu wohnen sind so vielfältig und unterschiedlich, wie die Menschen, die die Wägen bewohnen.

Einerseits geht es wohl darum, einen direkten Bezug zur Umwelt zu finden. Im heutigen, stresserfüllten Leben, writing service vor allem in Städten geht dieser durch den als selbstverständlich angesehenen Komfort oft verloren. Menschen kommen von der Arbeit, Universität oder ähnlichem nach Hause ins „gemachte Nest“, wo wenige Handgriffe oder Knopfdrücke ausreichen, um warmes Wasser, ein geheiztes Zimmer, Unterhaltung oder anderes zu haben. In den meisten Fällen haben die Menschen keine Idee, warum und wie all diese Annehmlichkeiten eigentlich zustande kommen bzw. funktionieren – sie sind halt „einfach da“ und „normal“. Dieser Entwicklung, dass Menschen jeglichen Bezug zu ihrem direktem Lebensraum verlieren, wollen einige Menschen entgegen steuern, konstruieren und bauen ihre Wägen selber aus – nach ihren eigenen Vorstellungen. Dies schafft einen gesunden Bezug zum eigenen Lebensraum, da mensch oft jede Schraube, jedes Kabel, jede Niete selber gesetzt hat. Weiters muss mensch oft einfallsreich sein, um auf dem doch oft sehr eng bemessenem Platz leben zu können und zu Recht zu kommen.

Anderen geht es mehr um einen bewussteren Umgang mit der Umwelt. Durch das Leben im Wagen wird das Versiegeln von Boden unnötig, eine Schotterung reicht aus, damit die Wägen nicht einsinken. Menschen gehen auch bewusster mit Ressourcen um, wie zum Beispiel Wasser oder Heizmaterial. Das ist nachvollziehbar, da mensch selber das Wasser oder Holz holen muss und wenn mensch damit sehr verschwenderisch umgeht, muss einfach früher neues geholt werden. Oft werden auch Solaranlage oder Windenergieanlagen auf Wagenplätzen benutzt, was auch zu einem gewissen autarken Lebensstil führt, wenn mensch immer und überall durch die Sonne Strom erzeugen kann – selbstverständlich geht mensch dann auch mit diesem sparsamer um, denn wenn die Batterien leer sind, ist der Strom aus.

Wieder anderen geht es einfach darum, immer mobil zu sein und im Falle des Falles sofort mit ihrer 80km/h -fähigen Eigentumswohnung umziehen zu können, ohne den Aufwand die alte Wohnung zu räumen, eine neue zu finden und all die Habseligkeiten mitzutransportieren. Außerdem steigen die Mieten heutzutage mehr und mehr. Durch Aufwertung von Stadtvierteln und Gentrifizierung werden oft schon bescheidene Wohnungen so teuer, dass mensch oft die Hälfte des Einkommens für diese ausgeben muss.

Auf einem Wagenplatz zu wohnen bedeutet noch mal einen Unterschied zum „Alleine-Im-Wagen-Wohnen“, da es möglich wird, zusammen Infrastruktur aufzubauen, sich gegenseitig bei alltäglichen Problemen zu helfen und sich somit zu unterstützen.

Wo geht ihr aufs Klo, duschen, Wäsche waschen usw.?

Oft kommt das darauf an, wo und wie mensch gerade steht, parkt oder rastet. Auf manchen Plätzen gab es mehrere Toiletten, Duschen und Waschmaschinen. Derzeit haben wir einen Badewagen mit Trinkwassertank, Dusche und Badewanne.

Die Toiletten sind oft „Turmklos“ bzw. altbekannte Plumpsklos, was im Endeffekt 1000L-Plastikcontainer sind mit einer darüber gebauten Plattform. Auch die Errichtung eines Kompostklos, wobei sich der Dung natürlich selbst abbaut, ist möglich und oft auf Wagenplätzen zu finden.

Das Umweltamt der Stadt Wien besuchte den Wagenplatz in den letzten Jahren mehrmals und befand immer wieder, dass es durch unsere Lebensform zu keiner Gefahr für die Umwelt käme.

Natürlich sind wir aber auch oft gezwungen zu Freundinnen oder Bekannten Wäsche und uns selbst waschen zu gehen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es keinen fixen Platz gibt und mensch somit keine Infrastruktur aufbauen kann, da sowieso nicht klar ist, wie lang bzw. kurz mensch auf dem Platz verweilen kann.

Was wir jedoch immer dabei haben ist die “Rakete”, ein Turmklo auf einer Plattform eines Wohnwagenanhängers, um wenigstens unsere Notdurft immer verrichten zu können.

Habt ihr da auch Strom und Wasser im Wagen?

Das kommt darauf an, ob die Person, die den Wagen bewohnt darauf wert legt. Oft ist das der Fall, dann wird beispielsweise ein großer Wassertank am Fahrzeug befestigt, oder es wird alle paar Tage mal mit mehreren Kanistern Wasser geholt.

Auf den wenigsten Plätzen die wir bisher bewohnt haben, gab es einen Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Eine Stromversorgung ist daher meistens nur über Solarzellen möglich. Diese haben fast alle auf ihren Wägen montiert, wobei die produzierte Energie in 12V-Batterien oder ähnlichem gespeichert wird. Weniger ist manchmal mehr und so haben auch wir gelernt, dass Landstrom nicht überlebensnotwendig ist; alle besitzen wir Taschenlampen, Kerzen und Akku- betriebenes Werkzeug. So kommen wir mittlerweile fast gänzlich ohne Strom aus konventioneller Herstellung aus. Die einzige Ausnahme bildet unser Dieselstromaggregat, welches bei energie-intensiven Arbeiten oder bei größeren Veranstaltungen zur Verwendung kommt.

Ist es nicht kalt im Winter?

Auf jeden Fall nicht, wenn wir einheizen: wir haben kleine Holzbrennöfen und da ein Wagen kaum mehr als 10qm hat, wird es sehr schnell warm. Im Winter gibt es eher öfter das Problem, dass mensch überheizt und dann die Fenster aufmachen muss. Das Weichholz aus den Baustellenabfallmulden und Einwegpaletten brennt sehr schnell und heiß, dafür nicht sehr lange. Mit ein wenig Übung bekommt man aber in den Griff, wieviel man heizen muss. Die meisten isolieren ihre Wägen auch, damit es auch in der Früh noch warm ist.

Seid ihr sozusagen Dauercamper?

In gewisser Weise „ja“, in gewisser Weise bestimmt „nein“. Was wir gemeinsam haben ist die Tatsache, dass wir ebenso in mobilen Fahrzeugen wohnen. Der große Unterschied ist jedoch, dass wir wirklich „wohnen“ und nicht „campen“. Wir haben all unsere Habseligkeiten inklusive alten Fotos und Erinnerungen in unseren Wägen und fahren nicht für ein paar Monate da oder dort hin. Außerdem bauen die meisten Camperinnen ihre Fahrzeuge nicht selber aus, sonst kaufen sie meist viel zu teuer und befüllen dann nur die bereits vorhandenen Regale. Wir identifizieren uns mit unseren Behausungen und sehen in ihnen mehr als ein abstellbares Hotelzimmer.

Wie viele Leute seid Ihr?

Das verändert sich ständig, was auch nachvollziehbar ist, da jede Person einen Motor „unterm Arsch“ hat. Was erwähnenswert ist, ist, dass die Tendenz auf jeden Fall steigend ist, was uns zeigt, dass die Möglichkeit, in Wägen zu wohnen auch in Österreich für immer mehr Menschen eine Option wird. Wir haben auch Informationen über Bemühungen von Menschen aus anderen Städten in Österreich, dort Wagenplätze zu gründen. Auch Freunde und Bekannte ohne Wägen nutzen den von uns belebten Raum um sich zu treffen, sich handwerklich zu verwirklichen, Projekte zu machen, sich zu informieren oder sich zu solidarisieren. Zählt man regelmäßige BesucherInnen und WagenplatzlerInnen zusammen, so sind wir in Wien um die 100 Menschen.

Wie verdient Ihr euren Lebensunterhalt?

Wir alle machen Verschiedenes, um unsere Brötchen zu verdienen: sei es Messe- oder Dekorationsbau, KFZ-Technik, Veranstaltungstechnik, Transportdienste, IT-Programmierung, Gastgewerbe, Zirkus, Theater, Radio, Fernsehen, Soziale Berufe, Handwerk, Verkauf und so weiter. Manche studieren noch. So wie überall gibt es auch Menschen die gerade ( Lohn- ) arbeitslos sind.

Was kostet so ein Wagen im Monat?

Es kommt darauf an, ob es ein LKW, ein Bus, ein Bauwagen oder LKW-Anhänger ist. Oft ist auf jeden Fall die monatliche Steuer und Versicherung für das Fahrzeug zu bezahlen. Dazu kommt, wenn es gerade einen gemieteten Wagenplatz gibt die monatliche Miete und im Winter das Heizmaterial.

Weiters braucht so ein KFZ Pflege und hin und wieder Reparaturen, was Geld, Arbeit und damit Zeit kostet.

Wie viel Platz braucht man für einen Wagen(Platz)?

In unserem Fall, wären wohl mindestens 3000 qm angemessen. (Es sollte befahrbare Fläche sein und nicht etwa Steigungen, dicht bepflanzte Flächen oder tiefe Gruben.)

Wieso sucht ihr euch nicht einfach einen Stellplatz auf einem Campingplatz?

Abgesehen davon, dass diese Möglichkeit sehr teuer wäre (warum zieht eine wohnungssuchende Person nicht in ein Hotel?), wollen wir uns eben nicht irgendwo hinstellen und an bereits vorhandene Infrastruktur anstecken und diese konsumieren.

Campingplätze sind keine Lebensräume, diese parzellenmäßige Aufteilung erscheint mehr wie ein Spiel, in dem es darum geht, möglichst viele Menschen bzw. Wägen auf möglichst engem Raum, möglichst geradlinig nebeneinander zu stapeln.

Ein Wagenplatz ist ein gestaltbarer Raum, wo wir auch bauen, schweißen, Musik machen, gärtnern, Feste feiern, etc., das alles ist auf einem Campingplatz nicht möglich.

Wir wollen Infrastruktur selbst aufbauen, so wie es unseren Vorstellungen entspricht und bei jedem weiterem Mal, wollen wir diese verbessern, da mensch durch gemachte Fehler oft auf Verbesserungen draufkommt und somit immer dazulernt. Wir wollen nicht ins gemachte, überteuerte Nest, da könnten wir gleich in eine Mietwohnung ziehen.

Warum wollt ihr zusammen auf einem Grundstück wohnen?

Gemeinschaftliches Wagenleben bietet viel mehr Möglichkeiten , als wenn mensch allein irgendwo steht bzw. parkt. Zusammen kann Infrastruktur geschaffen und verbessert werden, mensch kann einander bei Problemen (mit Mechanik, dem Innenausbau, schlechter Laune, Stressabbau, Zeitmanagement…) helfen und von einander lernen. Somit stellt diese Art zu leben einen Gegensatz dazu dar, zusammen und doch nebeneinander, übereinander und anonym in einem Mietswohnhaus wohnHAFT zu sein.

Es ist uns ein Anliegen, zusammen dafür einzustehen, dass diese Art zu wohnen und leben nicht mehr verunmöglicht und kriminalisiert wird. Es ist eine fortschrittliche, wunderbare Art zu wohnen und hat nichts mit Geldnot, Provokation oder Ausweglosigkeit zu tun!

DER PLATZ

Wieso mietet ihr nicht einfach ganz normal ein Grundstück wie alle anderen auch?

Genau das versuchen wir ja! Zwei der ersten drei Grundstücke auf denen in Wien Wagenplätze  realisiert wurden, waren privat gemietete Plätze und auch der letzte in der Baldassgasse. Aufgrund der Wiener Bauordnung müssen wir aber auf Wohnbauland stehen, denn wir gelten als Bauwerke. Und Wohnbauland ist in Wien zum allergrößten Teil in Besitz großer Baufirmen, die oft einfach kein Interesse haben, dieses bis zu Baubeginn an uns zu vermieten, denn sie sind auf die Miete, die wir zahlen würden überhaupt nicht angewiesen. So heißt es oft einfach nein, kein Interesse, ohne Angabe von Gründen.

Die Stadt Wien hat ebenfalls kein Interesse, uns ein Grundstück zu vermieten. Wir sind so wenige, dass von uns kein großer Druck zu erwarten ist, und auf unsere WählerInnenstimmen bauen sie auch nicht.

Was fehlt, ist der Wille der Stadt, Wagenleben als normale Lebensart anzuerkennen, das ist wohl das, was uns daran hindert einen geeigneten Platz zu finden.

Was das „ganz normale Mieten eines Grundstücks“ erschwert, ist, dass es laut Baupolizei lediglich auf Grundstücken einen Wagenplatz geben könnte, die entweder als Campingplatz, Zeltplatz oder Wohnbaugrund gewidmet sind. Camping- und Zeltplätze gehören zumeist der Stadt (drei sind uns bekannt) und sind jenseits von zentral und welcher normalsterbliche Mensch kann sich denn bitte einen Wohnbaugrund in gut erreichbarer Lage in Wien leisten?

Wieso wollt ihr etwas von der Stadt umsonst?

Wir wollen nichts gratis, wir würden eine (angemessene) Miete zahlen und haben auch ansonsten kaum Anforderungen an das Grundstück. Jedoch kann mensch noch so oft einen geeigneten Platz finden und beleben; solange nicht der politische Wille der Stadt da ist, wird es immer Ärger um Wagenplätze geben, auf den wir ganz sicher auch keine Lust haben, da dies, wie gesagt, einem ständigem „Dem-Leben-Hinterher-Laufen/Fahren“ gleichkommt. Ein Grundstück bzw. eine geeignete Brachfläche wäre nur der erste Schritt auf einem langem Weg zu einem allgemein akkzeptiertem Wagenplatz.

Wir wollen einen angemessenen Platz zum Wohnen und Wirken. Da uns die Stadt, bzw. die Baupolizei oder andere städtische Behörden bei all unseren bisherigen erfolgreichen Bemühungen, uns selbst um einen Platz zu kümmern, im Endeffekt einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist es nun an der Zeit für die Stadt, mit uns gemeinsam eine fixe und dauerhafte Lösung zu finden, an der beide Seiten profitieren. Die PolitikerInnen Wiens sollen offiziell zum Wagenleben Stellung beziehen und sehen, welch kulturell bereicherndes Projekt wir sein könnten, hätten wir endlich einen langfristigen Wagenplatz.

Wieso wollt ihr so ein großes Grundstück?

Wie gesagt, insgesamt benötigen wir in etwa 3000qm. Pro Wagen brauchen wir ungefähr 100qm, also 10x10m. Wege und Platz zum Ranchieren großer Wägen ist natürlich auch notwendig. Außerdem könnten wir weiteren, vorhandenen Platz gut nutzen – sei es für Wägen, die gemeinschaftlicher Infrastruktur dienen oder einem Vereinsraum, in welchem wir wöchentliche, öffentliche Veranstaltungen wie Volxküchen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Theater oder ähnliches realisieren können. All diese Veranstaltungen laufen unter dem d.i.y.-Prinzip (do it yourself ), was bedeutet, dass die Menschen unentgeltlich arbeiten und die “Preise” für Getränke und Essen nur die Einkaufspreise sind. Weiters besteht kein Konsumzwang, wonach alle einfach vorbeikommen können, ohne konsumieren zu müssen. So einen Vereinsraum hat es in irgendeiner Form auf bisher jedem Wagenplatz gegeben und gibt dem Wagenplatz neben dem Charakter eines ansprechenden Lebensraums ebenso den eines zwanglosen, sozialen Treffpunktes und Freiraums.

Wieso geht ihr nicht an den Stadtrand oder aus der Stadt heraus, da gibt es doch genügend Platz?

Einerseits haben wir unsere Arbeit, Studium, FreundInnen, Familie und Bekannte in der Stadt und wohnen ganz bewusst in dieser. Wenn es keine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt, bräuchten wir zusätzlich noch PKWs, das können wir uns nicht leisten und es entspricht auch nicht unserem Verständnis von ressourcenschonender Lebensweise. Andererseits wollen wir für ein mehrfarbiges Stadtbild sorgen; die Stadt ist bereits grau, eng, unfreundlich, kalt und karg genug und der Trend geht auf jeden Fall weiter in diese Richtung. Überall schießen zig-meter-hohe Beton- und Glasbunker aus dem Boden, die Grünflächen in Wien sind eingekreist von mehrspurigen Straßen. Allerorts geht es um bestmögliche Auswertung, Aufwertung und Gentrifizierung*. Menschen, die Geld haben, dürfen im Stadtkern verweilen, andere dürfen, wenn überhaupt zum Arbeiten in diesen kommen und sollen die aufpolierte Ordnung nicht weiter stören.

All diese Dinge wollen wir nicht. Wir wollen eine freundliche, vielfältige, offene und lebenswerte Stadt und nicht Gewinnmaximierung und Ellbogengesellschaft. Wir sehen uns als kleiner Teil des sozialen Kampfes und einen Wagenplatz als ein Stück gelebter Utopie.

* Begriffserklärung zu Gentrifizierung:

… umgangssprachlich auch Yuppisierung“, ist ein in der Stadtgeographie verwendeter Begriff, der einen sozialen Umstrukturierungsprozess eines Stadtteils beschreibt. Demnach führen der Zuzug neuer Bewohnerschaften sowie eine politisch gewünschte, gezielte Aufwertung eines Wohnumfeldes durch Restaurierungs- und Umbautätigkeiten zu einer Veränderung (Verdrängung/ Vertreibung) der meist einkommensschwächeren bestehenden Bevölkerungsstruktur“ (Wikipedia, 20.03.2010)

Wollt ihr einen Platz für 20 Jahre oder seid ihr auch mit einer Zwischennutzung von ca. 2 Jahren zufrieden?

Als unterstes Verhandlungsziel gilt für uns eine Nutzung für mindestens zwei Jahre. Die bisherigen befristeten Lösungen haben gezeigt, dass alles darunter zu kurz ist um sinnhaftes Wagenleben zu ermöglichen. Dazu stehen einerseits die meisten Grundstücke oft viel länger leer und bleiben ungenutzt, andererseits hat mensch sich nach einem halben Jahr erst so richtig eingelebt, eingerichtet und in der Nachbarschaft bekannt gemacht. Der Aufbau von Infrastruktur braucht auch jede Menge Zeit.

Somit gilt für uns: Leerstandsnutzung mindestens für zwei Jahre denn in Wien gibt es genug Grundstücke, die weitaus mehr als seit zwei Jahren ungenutzt brach liegen.

Wie sollte der Platz in etwa aussehen/Welche Infrastruktur sollte der Platz bieten?

Das kommt stark auf verschiedene Faktoren an. Auf jeden Fall sollte der Platz gut erreichbar sein (U-Bahn) und umzäunt sein/werden können.

Wäre die Miete billig und wäre es möglich selber Infrastruktur aufzubauen ist wohl kaum mehr nötig, als ein befriedetes Gelände, wo wir in Ruhe leben können und auch unsere NachbarInnen nicht stören.

GESELLSCHAFT

Was hat ein Wagenplatz mit politischem Engagement zu tun?

Wir sehen einen Wagenplatz als ein alternatives Lebensmodell , das der Verwertungslogik und Ellbogengesellschaft widerspricht. Weiters ist ein Wagenplatz ein Ort der Begegnung, mit den dort stattfindenden Veranstaltungen. Zusätzlich finden Reisende oft Platz bei uns, um einige Tage, Wochen oder Monate in Wien verweilen zu können und mit anderen Menschen zusammen am Wagenplatz zu leben. Kollektives Zusammenleben stärkt das soziale Engagement einer jeden Einzelnen und ist wichtig für jede intakte Gesellschaft.

Was sind eure politischen Ziele?

Diese sind sehr vielfältig und breit gefächert. Aktuell geht es uns um einen geeigneten Platz für unsere Art des Lebens und einen Freiraum.

Wir sehen den Wagenplatz als zwanglosen, sozialen Treffpunkt und als gelebte Utopie, die aufzeigen soll, dass Fortschritt nicht Beton, Glas und Gewinnmaximierung, sondern kreatives, solidarisches und entspanntes Zusammenleben und gegenseitige Hilfe heißen kann.

Wieso sollte die Stadt einer politischen Gruppe wie euch unter die Arme greifen?

Grundsätzlich möchten wir festhalten, dass wir nichts von der Stadt wollen!

Wir kümmern und organisieren uns selbst unseren Lebensraum und werden dies auch weiter tun. Die Mehrzahl der bisherigen Standorte wurde von uns ohne die „Hilfe“ der Stadt Wien realisiert und es gelang, vertragliche Zwischennutzungen für 6 Monate mit den Eigentümern zu vereinbaren. Die Stadt hat uns eigenständiges Platz-Suchen aber immer weiter erschwert. Es bedarf einem politischen Willen der Stadt, selbst verwaltetes Wagenleben nicht mehr zu kriminalisieren und den Fakt zu begrüßen, dass sich Menschen selbstständig um ihren Lebensraum kümmern. Wir sind glücklich, wenn uns die Behörden schaffen lassen anstatt uns Steine in den Weg zu legen.

Was bringt ein Wagenplatz einer Stadt wie Wien?

Es bringt ein vielfältiges Stadtbild, das Vereinheitlichung und grauen Betonwänden entgegenwirkt. Für die Stadt entstehen keinerlei Kosten – im Gegenteil: brachliegende Flächen könnten ohne zusätzliche Kosten vermietet und damit von uns zwischen genutzt werden. In anderen Städten, vor allem in Deutschland, wo Zwischennutzung keine Neuerscheinung mehr ist, nutzen viele BesitzerInnen von leer stehenden Flächen oder Grundstücken die Möglichkeit, diese an Wagenplätze zu vermieten. Somit bekommen die EigentümerInnen eine Miete für eine eigentlich nicht-vermietbare Fläche und sehen diese genutzt und belebt. Dort treten diese EigentümerInnen teilweise auch aktiv an Wagenplätze oder vergleichbare Projekte heran, um diesen Zwischennutzung anzubieten.

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